Es häufen sich Pressemitteilungen, wonach wieder eine Zunahme von Geldwäsche über sog. „Warenagenten“ zu verzeichnen ist. An dieser Stelle wird erläutert, was einen Waren- und was einen Finanzagenten bezeichnet.

  • Warenagent: Ein Warenagent (auch Paket- oder Logistikmanager) leitet Pakate mit illegal erworbenen Inhalten an Dritte weiter. Meist bestellen dabei kriminelle Banden aus dem Ausland über ausgespähte Internet-Konten luxuriöse Waren und lassen diese an eigens hierfür angeworbene (ahnunglose) Menschen versenden. Den Empfängern der Ware wird ein nicht unerhebliches Entgelt dafür versprochen, dass sie die empfangene Ware schließlich an die Auftraggeber weiter leiten. Der Vorwurf der leichtfertigen Geldwäsche liegt darin, dass es sich bei der Ware um „bemakelte“ Ware handelt, weil sie über ausgespähte Internet-Konten bestellt worden ist. Dies stellt eine kriminelle Vortat für die Geldwäsche dar.
  • Finanzagent: Ähnlich bei einem Warenagenten werden Menschen über Stellenanzeigen angeworben, „vertraglich“ ihr Konto für die Abwicklung von Zahlungsverkehr zur Verfügung zu stellen. Meist wird damit geworben, dass der Auftraggeber in Deutschland keine Bankverbindung habe. Der Finanzagent ist gehalten, Gelder, die auf sein Konto eingezahlt werden, abzuheben und bei Western Union/Moneygram einzubezahlen, damit sie ins Ausland transferiert werden können.

Vorsicht ist also geboten, wenn:

  1. Sie unaufgefordert ein lukratives Jobangebot per Mail erhalten oder Sie den Absender nicht kennen;
  2. Sie aufgefordert werden, Ihr Konto Dritten zur Verfügung zu stellen;
  3. Sie gebeten werden, Pakete an Ihnen Unbekannte ins Ausland weiter zu leiten.