Die Pressemeldungen der letzten Wochen und Monate ließen es erahnen: Die Immobilienbranche ist im besonderen Maße anfällig für Geldwäschedelikte. Hier will nun die FIU – Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen beim Zoll – genauer hinsehen. Dies geht aus einem Interview hervor, welches der Chef der FIU, Christof Schulte, dem Handelsblatt gab. In der am 07.11.2018 erschienen Ausgabe stellt der FIU-Chef fest, dass in der Immobilienbranche komplizierte Konstruktionen genutzt würden, um große Summen mit einer einzelnen Transaktion in den Wirtschaftskreislauf zu schleusen. Schulte kritisiert, dass gerade bei Immobilientransaktionen bislang seitens der beteiligten Makler und Notare keine Verdachtsmeldungen kämen. Künftig sollen die Aktivitäten der FIU ausdrücklich auf die Immobilienbranche ausgerichtet werden, um kriminelle Aktivitäten zu bekämpfen. Schulte empfiehlt jedem, verdächtige Transaktionen zu melden, ansonsten drohen empfindliche Bußgelder. Von der Kritik nicht ausgespart werden die zuständigen Aufsichtsbehörden, die ihrer Aufsichtspflicht verstärkt nachkommen sollen.

(Quelle:  Christof Schulte im Interview – Geldwäsche-Bekämpfer nehmen Immobiliensektor ins Visier, Handelsblatt vom 07.11.2018)

Praxistipp:

Maklern und Notaren als Verpflichtete nach dem Geldwäschegesetz ist zu empfehlen,

  • den aktuellen Risikostatus durch eine Geldwäsche-Risikoanalyse zu erheben,
  • ggf. erforderliche Handlungsmaßnahmen zur Verhinderung der Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung aufzusetzen bzw. zu optimieren,
  • Mitarbeiter in das Geldwäschegesetz zu unterweisen und sie für mögliche Verdachtsfälle (Typologien) zu sensibilisieren und
  • einen Geldwäschebeauftragten sowie einen Stellvertreter zu bestellen.