Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht FINMA nimmt künftig den Bereich der Krypto- und Bitcoin-Währungen verstärkt  in die Pflicht zur Geldwäscheprävention. Dies geht aus einer jüngst veröffentlichten Richtlinie der FINMA hervor, wonach die von der FINMA beaufsichtigten Institute Kryptowährungen oder andere Token grundsätzlich nur an externe Wallets ihrer eigenen, bereits identifizierten Kunden schicken und auch nur von solchen Kryptowährungen oder Token entgegennehmen dürfen. Eine Kardinalspflicht in der Geldwäschebekämpfung – das Know-Your-Customer-Prinzip – gilt nun auch für Kryptowährungen.  Damit soll verhindert werden, dass Blockchain-basierte Geschäftsmodelle die gesetzlichen Vorgaben zur Geldwäschebekämpfung im Finanzsektor bewusst umgehen.

(Quelle: FINMA-Aufsichtsmitteilung 02/2019 – Zahlungsverkehr auf der Blockchain, 26. August 2019)

Die ca. 37.700 tätigen Finanzanlagenvermittler in Deutschland werden derzeit durch die Gewerbeämter oder Industrie- und Handelskammern beaufsichtigt. Einem Eckpunktepapier des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz zufolge soll unter anderem die Aufsicht nach dem Geldwäschegesetz ab dem 01.01.2021 auf die Bundesanstalt für Finanzaufsicht (BaFin) übertragen werden. Damit soll zum einen der fachlichen und organisatorischen Zersplitterung der Aufsicht im Bundesgebiet entgegengewirkt werden, zum anderen soll durch die personelle Entlastung der Gewerbeämter und der Industrie- und Handelskammern die Aufsicht im Nichtfinanzsektor gestärkt werden.
Für die Verpflichteten nach dem Geldwäschegesetz im Finanz- und Nichtfinanzsektor bedeutet dies, dass voraussichtlich mit einer Zunahme der Kontrolltätigkeiten der jeweils zuständigen Aufsichtsbehörden zu rechnen ist.

(Quelle: Eckpunktepapier zur Übertragung der Aufsicht über Finanzanlagenvermittler auf die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, 23.07.2019)